Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Die Lage zu Beginn 2005

Die Preisbildung in den letzten Tagen 2004 war wenig repräsentativ für die aktuelle Lage am Ölmarkt. Das Handelvolumen war gering. Die Handelsplätze hatten sehr unregelmäßige und wenig abgestimmte Öffnungszeiten. Ab heute wird in New York wieder regulär gehandelt. London kommt morgen dazu. Die kurzfristigen Erwartungen an die Preisbildung lassen sich auf Grund der irregulären Bewegungen in der letzten Woche schwer abschätzen. Mittelfristig gehen die meisten Prognosen von sinkenden Preisen aus. Der Dollar befindet sich weiterhin in einer starken Abwärtsbewegung. Zum Abschluss 2004 hat er eine kräftige Gegenbewegung an den Tag gelegt, die in den ersten Handelsstunden 2005 noch verstärkt wurde.

Die aktuelle Situation steht weiterhin im Zeichen hoher Temperaturen in den US-Heizölregionen. In Boston werden heute +15 Grad Celsius erwartet. Das setzt die Preise unter Druck. Sie tendieren im frühen Handel abwärts. Die US-Bestandsdaten der letzten Woche waren nicht so positiv wie das Wetter. Sie vereitelten die Ausbildung einer dritten Abwärtswelle der Preise. Da geopolitisch keine schwerwiegenden Störungen vorliegen, ist die Hoffnung berechtigt, das die aktuellen Temperaturen der erwarteten Abwärtsbewegung zum Durchbruch verhelfen.

Die terroristischen Aktivitäten im Irak und in Saudi Arabien können dem Ölmarkt jederzeit störende Impulse geben. Dabei werden die Vorgänge im Irak gelassener verarbeitet, weil man dort ohnehin mit Problemen rechnet. So hat ein am Wochenende verübter Anschlag auf eine südliche Pipeline keinen Einfluss auf die Preisbildung.

Die OPEC prognostiziert für 2005 einen Durchschnittspreis für ihren Korb verschiedener Ölsorten von 30 bis 35$. Der aktuelle Korbpreis liegt bei 35,50$ für das Barrel. Dem Zielbereich entspricht ein Preis zwischen 37 und 42$ für US-Rohöl. Charttechnisch bestehen gute Aussichten, die untere Grenze dieses Bereichs bald zu erreichen. Wichtigste Vorraussetzung hierfür sind anhaltend gute Wetterverhältnisse.

Als Begründung für ihre Prognosen sinkender Preise geben fast alle Institutionen an, dass sie eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und damit eine Abschwächung des Nachfragewachstums für Öl erwarten.

Trotz prinzipiell ausreichender Rohölversorgung wird es aller Voraussicht auch in 2005 weiterhin Anspannungen durch die Heizöl- und Benzinversorgung geben. Die Raffineriekapazitäten bleiben der Engpass des Versorgungssystems. Bereits im Februar könnte Benzin wieder für steigende Preise sorgen. Dann endet üblicherweise das Interesse an der Heizölversorgung und die Sorge über ausreichende Benzinmengen für den US-Autoverkehr gewinnen Einfluss auf die allgemeine Preisbildung.

In Deutschland wurden die Preise im Dezember erheblich durch Engpässe bei der Heizölversorgung aufgetrieben. Da diese Engpässe lediglich regionale Erscheinungen sind und sich nicht im Weltmarkt widerspiegeln, ist damit zu rechnen, dass sie in Kürze verschwunden sind. Daraus ergibt sich ein mittleres Preissenkungspotential um 3%. In Einzelfällen kann es sogar bis zu 8% betragen.

Eine große Gefahr für Heizölverbraucher liegt im knappen Bestand der eigenen Tanks. Hierdurch kann es erneut zu einem Nachfrageboom kommen, der abermals zu regionalen Sonderentwicklungen der Preise führt. Um sich davor zu schützen, sollten Verbraucher mit Spekulationen auf niedrigere Preise zurückhaltend umgehen. Es empfiehlt sich, im Laufe einer Abwärtsbewegung zu bestellen, und nicht erst am oder nach dem Ende der Bewegung, wenn die Mehrheit der Ölheizer aufspringt.

Heute Morgen liegt der Gasölpreis unter den Silvesternotierungen. Die Tonne kostet 362,35$.

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie sollten den Abwärtstrend der letzten Tage fortsetzen. Mit der günstigen Lage am Weltmarkt bleibt die Wahrscheinlichkeit hierfür hoch. Lediglich der Dollar stört mit seiner plötzlichen Stärke. Sie dürfte aber nur eine kurzfristige Erscheinung bleiben. Der wichtigste Einfluss für die Preisbildung bleibt das Wetter insbesondere in den USA. Wenn es dort kalt wird, ist mit einer Drehung der Preisbewegung zu rechnen.

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