Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Die Mehrheit ist zufrieden

Die Großen der Ölwelt sind zufrieden. Die Kleinen können es auch sein. Nur die dazwischen sitzen, sitzen in der Klemme. Für Zufriedenheit bei den Großen sorgt der Preis. Ölminister der Wüstenstaaten halten diesen für ausgewogen. Er sei gut für die eigene Kasse und für die Weltwirtschaft. Mit einem Preis von 70 bis 80 Dollar pro Barrel können die Produzenten rund um den persischen Golf gut leben und sie können in die Zukunft investieren. Ihre Explorations- und Produktionspläne sehen sie nicht gefährdet. Die Weltwirtschaft halten sie für ausreichend entlastet, um aus der Krise zu kommen. Es gibt allerdings Produzenten, denen der Preis nicht hoch genug ist. Venezuela ist ein solcher Produzent. Hugo Chávez, Präsident und Enfant terrible, braucht für seine Idee einer sozialistischen Gesellschaft mehr Geld, als er derzeit mit Öl verdienen kann. Da die Mehrheit der OPEC-Mitglieder zufrieden ist, darf man davon ausgehen, dass beim nächsten Treffen der Ölminister am 22. Dezember keine Veränderung der Liefermengen beschlossen wird.

Die Kleinen im Spiel sind die Verbraucher. Nachdem sie während der Ouvertüre zur großen Krise auf das Ärgste zur Kasse gebeten wurden, können sie nun recht zufrieden auf die Preise blicken. Zwar wurden diese durch spekulative Wiederholungstaten der Finanzszene höher geschraubt, als ein pures Angebots-Nachfrage-Verhältnis das zuließe. Aber immerhin konnte sich diese Szene bisher nicht soweit durchsetzen, dass alten Absurditäten alle Türen offen stehen. Die Absurditäten wird man im Laufe der kommenden Jahre wieder erleben, insbesondere weil Handelsregulierungen politisch offensichtlich nicht durchzusetzen sind. Derzeit ist eher das Gegenteil zu erwarten. Die Spekulanten werden sich tendenziell zurückziehen. Die Preise werden in einem begrenzten Rahmen fallen.

Im Vergleich zu anderen Kleinen, den Gas- und den Stromheizern, stehen die Ölheizer gut da. Preislich sind sie nun die begünstigte Gruppe. Heizöl ist rund 20 Prozent günstiger als Erdgas. Im Jahresverlauf betrug der Unterschied zeitweise deutlich über 50 Prozent. Der Energiegehalt einer Kilowattstunde Strom ist rund dreimal so teuer wie der Energiegehalt eines Liters Heizöl. Im Gegensatz zu Öl und Gas stieg der Strompreis in den letzten Jahren zudem kontinuierlich, sogar in der Krise. Durch eine Wärmepumpe wird die Energie für Raumwärme um den Faktor drei bis vier angehoben, so dass die Wärme etwas günstiger wird als die Heizöl- oder Gaswärme. Betriebswirtschaftlich ist eine Wärmepumpe dennoch nicht sinnvoll, denn der wahre Preis für Wärme steigt durch exorbitant höhere Anschaffungskosten der Heizungsanlage. Für die Umwelt ist jede Spielart, die den Bonus ausschließlich aus der Wahl des Energieträgers bezieht, unsinnig, da sie nicht auf nachhaltige Verbrauchsreduzierung setzt. Am Beispiel des Öls lässt sich eine sinnvolle Investition skizzieren. Es ist erheblich effizienter, Öl nicht umgehend in einer modernen Heizungsanlage zu verfeuern, sondern es über Jahrzehnte in einer Hausdämmung zu parken. Dort sorgt es dafür, dass weniger Öl im laufenden Betrieb verbraucht wird. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus des bundesdeutschen Bestands mit 120 Quadratmeter Wohnfläche bewirkt das Parken von 2000 Liter Öl an der Hauswand in Form von Styropor eine Senkung des Verbrauchs um rund die Hälfte, also 700 bis 1000 Liter Öl pro Jahr. Die Herstellung des Styropors erfordert ungefähr die Einsparmenge eines Jahres. Danach wird dann real eingespart und zwar so lange, wie das Haus steht. Wenn es eines Tages abgerissen wird, werden die geparkten 2000 Liter Öl an anderer Stelle verheizt. Auf diese Weise kommt ein ökologischer Nutzen zustande, der höher ist als alles, was mondernste Heizanlagentechnik zu leisten im Stande ist. Die Dämmung wird übrigens weniger kosten als eine neue Wärmepumpenheizung.

Die Rede war am Anfang auch von den Teilnehmern am Ölmarkt, die in der Klemme sitzen. Das sind die großen und kleinen Ölkonzerne, die dort Raffinerien betreiben, wo Ölprodukte hauptsächlich benötigt werden. Bisher sind das die alten Industrieländer. Die Konzerne konnten in den letzten Jahren großes Geld verdienen. Damit ist nun Schluss. Die alten Verbraucher verbrauchen weniger Öl. Die neuen Verbraucher haben in ihrer Nähe neue Raffinerien geschaffen. Den bekannten Konzernen drohen schlechte Geschäfte. Das muss Verbraucher nicht beunruhigen. Zum einen haben die Konzerne genug Geld verdient, das ihnen durch eine schlechte Zeit helfen wird. Zum anderen konzentrieren sich viele von ihnen nun wieder auf das Fördern von Öl. Damit wird sich fast überall auf der Welt noch lange Geld verdienen lassen.

Heute Morgen sieht es mit dem Geldverdienen zwar nicht berauschend aus. Die Preise fallen tendenziell. Langfristig spricht aber vieles dafür, dass die Preise steigen werden. Schließlich ist Öl ein knappes Gut. Die Gunst der Stunde gehört den Verbrauchern. Das sollte kurzfristig auch so bleiben. Die Tonne Gasöl kostet 575,75 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 69,55 Dollar. In London kostet es 71,90 Dollar. Der US-Dollar wird zu 68,66 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise bewegen sich mal wieder seitwärts. Ihr Niveau ist akzeptabel. Es könnte noch etwas besser werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Heizöl günstiger wird, ist nach unserer Einschätzung hoch. Der ganz große Wurf ist aber nicht zu erwarten. Derzeit ist Heizöl rund 20 Prozent teurer als im Moment der Jahrestiefstpreise. Diese halten wir nicht mehr für erreichbar. Ein realistisches Preisziel könnte bei einem Minus von zehn Prozent liegen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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