Unseren neuen Kommentar für den 03.07.20 finden Sie hier.


Früher war mehr Lametta

Internationaler Markt

Die Ölpreise rafften sich gestern zu einem weiteren Anstieg über 66 Dollar je Barrel auf. Der russische Energieminister beteuerte seine Solidarität mit den letzten OPEC-Beschlüssen vom November. Gleichzeitig brachte er aber auch eine Lockerung der Förderkürzungen ab März wieder in Spiel. Trotz der unklaren Botschaft reichte diese Meldung im dünnen Vorweihnachtshandel aus, Brent-Rohöl einen weiteren Schub nach oben zu geben.

Dabei hatten die Händler in den letzten Tagen eigentlich mehr Gründe, vorsichtiger zu werden. Die Zahl der aktiven Ölbohranlagen (Rigs) in den USA sprang in der letzten Woche um 18 Rigs nach oben. Das ist der stärkste Zuwachs seit langem und lässt erahnen, dass die Schieferölflut auch im nächsten Jahr nicht abebben wird. Auch der planmäßige Ausbau der neuen Ölexporte aus Norwegen und Guayana belastet bereits den Markt. Aber die Stärke der globalen Aktienmärkte stabilisiert im Moment die Rohstoffe.

Trotz des Ölpreisanstiegs zum Jahresende geht aus Sicht der Händler und Ölexporteure damit ein relativ langweiliges Öljahr dem Ende, wenn man nur den Ölpreisverlauf betrachtet.

Nach einer kurzen Schwächephase im Januar blieb Brent-Rohöl fast die gesamte Zeit zwischen 60 und 70 Dollar je Barrel. Selbst Raketenangriffe auf saudische Ölanlagen, der Handelskrieg zwischen Washington und China, oder auch die harten Sanktionen gegen Iran und Venezuela konnten den Markt nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Diese stoische Ruhe ist schlecht fürs Geschäft aus Sicht der Spekulanten in den Hedgefonds und Investmentbanken. Kein Wunder, dass sich immer mehr Finanzjongleure aus dem Ölgeschäft zurückziehen und den Handel den Ölkonzernen und globalen Rohstoffkonzernen überlassen.

Ebenso sehen die Ölexporteure auf ein mageres Jahr zurück. Selbst Saudi-Arabien kann bei solch bescheidenen Ölpreisen seinen Haushalt nicht mehr finanzieren. Auch die internationalen Ölmultis mussten Federn lassen, bleiben aber dank rigider Sparmaßnahmen profitabel.

Ursache dieser Zeitenwende ist das amerikanische Schieferöl. Bei hohen Ölpreiserwartungen wird dort mehr produziert, bei niedrigen Ölpreisen weniger. Ein normales Marktverhalten, das die profitverwöhnten Kartellmitglieder von OPEC & Co. ein weiteres Jahr ratlos zurücklässt.

Heute Morgen starten die Ölmärkte bei geringen Umsätzen fast unverändert in den Handel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 60,57 US-Dollar je Barrel . Die Nordseesorte Brent kostet 66,51 US-Dollar je Barrel . Gasöl notiert bei 613,25 Dollar je Tonne . Der US-Dollar ist 0,9019 Euro wert . Damit steht der Euro bei 1,1085 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Heizöl bleibt heute Morgen auf einem fast unveränderten Preisniveau, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die durchschnittlichen Preise stehen bei 66 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Das liegt ganz in der Nähe der Preisnotierungen der letzten drei Jahre.

Damit klingt ein recht ruhiges Heizöljahr aus. Aber: Trotz der relativ entspannten internationalen Rohölmärkte könnten die nächsten Jahre für Heizölverbraucher unangenehm werden, denn höhere Einsparziele bei den Treibhausgasemissionen, sei es durch höhere Beimischungen oder CO2-Preise, werden die Heizölpreise unabhängig von den Rohölpreisen verteuern.

Doch für den Moment ist der Heizölmarkt entspannt. Die Bestellmengen sind unterdurchschnittlich, wozu wohl auch die ungewöhnlich milden Temperaturen beitragen. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, erwartet nicht weiter überraschend auch während der Feiertage nur eine mittlere Kaufneigung.

Diese Ruhe wird selbst durch den ausgeprägten Preispessmismus nicht gestört. Mittlerweile rechnen 40% der Kundschaft mit steigenden Heizölpreisen, so die tagesaktuelle Umfrage. Das ist rekordverdächtig. Die Preischarts bieten ein ähnliches Bild. Nur in der kurzfristigen Perspektive lässt sich ein leicht abfallender Preiskanal konstruieren. In der längerfristigen und in der sehr kurzen Frist zeigt sich ein Aufwärtstrend.

Was tun? Nach wie vor gibt es in vielen Regionen lange Lieferzeiten. Wer kaum noch Heizöl im Tank hat, sollte kein Risiko eingehen. Wer noch Zeit hat, könnte auf eine Preisentspannung im kommenden Jahr setzen.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

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