Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Genug Öl im Tank?

Kalt soll es sein, aber nicht zu kalt. So wünschen sich Finanzjongleure den Winter. Kälte sorgt für erhöhten Brennstoffbedarf. Das treibt die Ölpreise in die Höhe. Zu viel Kälte lässt den Verkehr zusammenbrechen. Verminderter Kraftstoffbedarf ist die Folge. Das ist schlecht für das Börsengeschäft mit Öl. Genau so war es gestern. Ein Blizzard im Nordosten der USA legte den Verkehr lahm. Die Notierungen gaben ein wenig nach. Ihr Trend zeigt unverändert aufwärts. Daran ändert der eine oder andere Schneesturm gar nichts.

Das Wetter vergeht, der Trend besteht. Denn die Rahmenbedingungen für Finanzjongleure sind perfekt. Die Politik orientiert sich am Wohlergehen „der Märkte“. Im Klartext bedeutet das, dass sie alles unternimmt, was der Aufrechterhaltung des Finanzzirkus dient. Das Thema Regulierung ist ein moralisches Feigenblatt, das den Anschein einer gesitteten Ordnung erwecken soll. Es muss der politischen Hygiene wegen hoch gehalten werden. Am verkommenen Geschäftzweck der Finanzindustrie wird es nicht rütteln. Diese Industrie versteht es hervorragend, der Politik die Themen zu diktieren. Am Beispiel der EU-Finanzproblematik wird das deutlich.

Ein wenig Unsicherheit über die Fähigkeit der Realwirtschaft, das Wachstumsdiktat zu erfüllen, lässt die Finanzszene mit angezogener Handbremse agieren. Diese Vorsicht schafft beste Voraussetzungen für einen länger währenden Boom an den Börsen. Sie ist das Regulativ vor einem all zu schnellen Verlauf der stattfindenden Blasenbildung. Dass an ihrem Ende ein erneuter Crash steht, ist das Gesetz des Kapitalismus. Wann der Crash wieder zuschlägt, ist vollkommen offen. Die Erfahrung lehrt, dass er dann in greifbare Nähe rückt, wenn die Protagonisten des Systems diesen für unmöglich erklären. Das ist der Moment kompletter Verblendung durch das eigene Tun. Bei Kindern bezeichnet man derartiges Handeln als Übermut.

Aus heutiger Sicht spricht nichts dafür, dass die Verblendung im nächsten Jahr bereits zum Crash führt. Einzig einige übermütige Äußerungen der Politik zu einer bevorstehenden goldenen Ära deutschen Wirtschaftens wären ein Indiz für Crashnähe. Man fühlt sich an das Jahr 2007 erinnert, in dem ein deutscher Finanzminister den ausgeglichenen Haushalt für das Jahr prognostizierte, das die höchste Neuverschuldung in der Geschichte Deutschlands bringt. Die Prognose war aus damaliger Sicht gewagt. Die Prognose der goldenen Ära ist aus heutiger Sicht nicht minder gewagt. Solange die Finanzszene nicht das gleiche Lied aus voller Kehle singt, ist der Crash aber noch fern.

Ohne Crash werden die Ölpreise im Wesentlichen nur eine Richtung kennen. Aufwärts. Selbst wenn in China, dem neuen Zentrum der Weltkonjunktur, nicht alles Wirtschaften nach Plan verläuft, wird der grundsätzliche Trend aufwärts streben. Für Verbraucher sieht die Lage damit ganz anders aus als für Finanzjongleure. Während letzte von der goldenen Zeit schwärmen, erwartet Verbraucher eine teure Zeit. Das gilt nicht nur für Öl. Es gilt für alle Produkte und Leistungen mit nennenswerter Rohstoffabhängigkeit. Brenn- und Kraftstoffe sowie Lebensmittel gehören dazu.

In den letzten zehn Jahren ist die Wirtschaft trotz Finanzkrise kräftig gewachsen. In den Taschen deutscher Verbraucher hat sich dieser von der Politik teuer verkaufte und teuer gekaufte Sachverhalt nicht bemerkbar gemacht. Und auch das messbare Glück ist nicht gewachsen. Insofern liegt die Frage nahe, wollen wir ein Gesellschaftsmodell, das diesen Effekt hervorbringt? Es wäre schön, zu dieser Frage und zu der Frage, wann kommt der nächste Crash, an dieser Stelle die Einschätzungen der vielen Leserinnen und Leser zu finden. Fühlen Sie sich ermuntert, Ihre kleinen und großen Kommentare hier zu posten.

Wir posten abschließend die aktuellen Ölnotierungen. Die Tonne Gasöl kostet 769 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 91,05 Dollar und in London 93,77 Dollar. Der US-Dollar wird zu 75,57 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Aktuell kommt der Auftrieb weniger von den Börsen als von den Wetterbedingungen im Inland. Die verhindern zunehmend die reguläre Belieferung. Die Probleme liegen sowohl bei der Versorgung des Handels als auch bei der Versorgung der Verbraucher. Auf Großhandelsseite machen sich mittlerweile zugefrorene Wasserstraßen negativ bemerkbar. Auf Verbraucherseite sind es schwer passierbare Straßen und Fahrverbote für die Tanklastwagen. Allem Anschein nach wird der Winter auch in Versorgungsfragen hart werden. Es zeigt sich wieder einmal, dass das spekulative Ausreizen der eigenen Bevorratung in der Hoffung auf Einsparung beim Kaufpreis zum krassen Gegenteil führen kann. In diesem Fall war zumindest das preisliche Problem seit Wochen absehbar. Nicht der Preis, sondern der Tankinhalt bestimmt derzeit den Kaufmoment. Für den Preis können wir nichts Gutes verkünden. Für die Ermittlung des Tankinhalts haben wir das hier. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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