Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Hätten Sie’s gewusst?

Phantasievoller als die monotone Abwärtsbewegung der Ölpreise war die Reaktion der esyoil-Community auf das gestern zitierte Gedicht „Höhere Finanzmathematik“ von Pannonicus. Die im Stile Wilhelm Buschs oder James Krüss geschriebenen Verse sind eine süffisante Beschreibung der Blaupause von Finanzkrisen. Diese trifft mindestens auf die Krise von 1929 und Folgejahre und auf die heutige Krise zu. So beklagte der amerikanische Senat 1934 den Missbrauch von Aktienoptionen als mitverantwortlich für den Börsencrash von 1929. Aber auch vor dieser Zeit gab es Finanzkrisen, die der Blaupause folgten. Das Gedicht ist aktuell. Sein Ursprungsjahr kann aber in der Vergangenheit liegen, weil das beschriebene Ereignis ein wiederkehrendes ist. Als Verfasser wurde unter anderem Kurt Tucholsky genannt. Diese Nennung wurde populär und sie wurde zum Sinnbild für die Gefahr des Internets als Desinformationsmedium. Mittlerweile ist das Geheimnis um den wahren Autor und um das Ursprungsjahr 2008 gelüftet. Der Grund, warum Tucholsky nicht der Autor sein kann, folgt aber erneut einem Desinformationsschema. Entgegen der Mehrheitsmeinung zum Thema gab es zu seiner Zeit durchaus Leerverkäufe und Derivate. Diese Finanzinstrumente sind die ältesten, die die Menschheit kennt. Sie lassen sich bis 1700 v. Chr. zurückverfolgen. Leerverkäufe sind, wenn sie durch Einlagen gedeckt sind, ein vernünftiges Instrument zur Sicherung von Waren- und Finanzgeschäften. Erst wenn man auf die Deckung verzichtet, können sie sich zum Monster entwickeln. Genau das ist im Vorfeld der aktuellen Krise erneut geschehen. Dass man auf die finanzielle Deckung verzichtet, ist in erster Linie ein Versagen der Politik. Sie hat Regeln, die ein Markt braucht, aufgelöst oder nicht geschrieben. Insofern ist der Ruf nach dem Staat durchaus folgerichtig. Folgerichtig ist aber nicht die höhere Glaubwürdigkeit der Politik, die sie seit einiger Zeit genießt.

Das Gedicht macht sich übrigens durch die Verwendung des Begriffs „Derivate“ als ein neu verfasstes verdächtig. Wie angemerkt gab es in grauer Vorzeit bereits Derivate. Sie wurden aber nicht so genannt. Das war der Spaß. Nun folgt der Ernst dem Ölpreis:

preistreibende (bullische) Einflüsse: OPEC diskutiert weitere Kürzungen
China legt Konjunkturprogramm auf
Schäden durch Ike werden Ölversorgung lange beeinflussen
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: OPEC ist zur Handlungsunfähigkeit verdammt
OPEC-Kürzung war ungenügend
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Chinas Nachfrage wächst deutlich langsamer
Charttechnik: Ölpreis im Abwärtstrend

Unsere Heizölpreise fallen immer weiter. Sie werden vom Weltmarkt getrieben. Im Binnenmarkt gleichen sich die Preis zwischen Nord und Süd langsam an. Die Überhöhung gegenüber den rechnerischen Preisen beträgt im Bundesdurchschnitt weiterhin rund sechs Prozent. Ursache bleiben die hohe Nachfrage und Transporteinschränkungen auf den Wasserstraßen wegen niedriger Pegelstände. Die Lieferzeiten betragen in einigen Regionen nach wie vor bis zu sieben Wochen. Mittlerweile kann man die Preise als tief bezeichnen. Am Weltmarkt dürfte der Trend langsam in eine Seitwärtsbewegung übergehen. Für die Verfolgung der Preisentwicklung ohne Besuch unserer Internetseite empfehlen wir unseren Preisalarm.

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