Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Neue Woche, altes Bild

Internationaler Markt

Die Finanzszene ist bester Laune. Sie zelebriert die Mehrung von Geld allein durch Geld. Börsennotierte Produkte und Waren wie Aktien und Öl gewinnen an Buchwert. Werte im herkömmlichen Sinn werden dabei nicht geschaffen, zumindest nicht in den alten Industrienationen. Hier vollzieht sich eher das Gegenteil. Infrastrukturen verkommen. Ersatzinvestitionen werden häufig als zu teuer bezeichnet. Vererbten Schulden stehen keine entsprechenden Realwerte gegenüber, die die Existenz dieser Schulden rechtfertigen würden. Mit dem Verfeuern von Ressourcen werden zudem langlebige Werte vernichtet.

Die gigantischen Gewinne aus diesem Prozess werden nicht in den Aufbau einer langfristig tragfähigen Infrastruktur investiert, die zukünftige Generationen unabhängig von Ressourcenverfeuerung macht. Eine solche Investition wäre immerhin eine erkennbare Wertschöpfung, dessen Kredite man unseren Nachkommen zumuten könnte. Stattdessen verbleibt das Gros der Gewinne im Finanzsystem und bläst dort Vermögenspositionen auf. Das geschieht einerseits mit Hilfe der lockeren Geldpolitik durch Notenbanken und andererseits durch real teureres Öl, das Verbraucher bezahlen müssen. Die sind dazu immer weniger bereit und reagieren mit Verbrauchsreduzierung auf die Entwicklung. Ihr Verhalten spiegelt sich in sinkenden Nachfragewerten der Energiestatistiken und in schwachen Volkswirtschaftsdaten wider.

In der Vergangenheit hätte die anhaltende Wirtschaftsschwäche längst tiefe Bremsspuren an den Aktienbörsen hinterlassen. Zu Recht, denn dort sollten der Idee nach hoffnungsvolle Entwürfe für eine prosperierende Zukunft bewertet werden, die ein Schuldenmachen rechtfertigen. Die Entwürfe gibt es nicht. Relativ wird das Schuldenmachen folgerichtig geringer. Absolut steigt es aber munter weiter mit der Deckung durch üppig fließendes Zentralbankgeld. Früher kannte die Börse den Crash als Konsequenz zu hoch aufgeblasener Werte für wertlose Ideen. Heute kennt die Börse die Zentralbankgeldflut. Sie wurde als Rettungsinstrument eingeführt und zur Dauerdroge fortentwickelt. Was an ihrem Ende steht, ist noch unbekannt.

In einem Bereich der alten Industriewelt herrscht allerdings Aufbruchstimmung, in der Ölwelt. Die wird nicht durch unbändige Nachfrage, sondern durch ein unbändig scheinendes Angebot hervorgerufen. Wie weit das Angebot trägt, weiß man noch nicht. Angesichts steigender Preise bei fallender Nachfrage muss der Verdacht aufkommen, dass man der eigenen Euphorie nicht traut. Wie man es wendet und wie man es dreht, die Puzzlestücke ergeben kein schlüssiges Bild zum Zeitgeschehen.

Heute Morgen setzt sich das muntere Treiben an den Börsen fort. Die Tonne Gasöl kostet 882,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,89 Dollar und in London zu 104,82 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,63 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen. Die Bewegung ist nicht stark, aber sie ist unangenehm, denn sie hat den kurzfristigen Abwärtstrend in einen Aufwärtstrend gewendet. Der mittelfristige Abwärtstrend ist immerhin noch intakt. Ursächlich für das Geschehen war wieder einmal die Ölbörse, die, wie andere Börsensegmente auch, durch Zentralbankgeld gedopt wird. Im Binnenmarkt herrscht große Ruhe, die auf Margen und Preise drückt. Das Potenzial für eine Abwärtsbewegung ist hier nicht mehr vorhanden. Die muss schon über die Börsen kommen. Die Aussichten für eine solche Bewegung sind fundamental gut, charttechnisch aber schlecht. Der Aufwärtslauf der Preise speist sich derzeit aus sicht selbst. Es ist nicht erkennbar, wann sich die Lage wendet. Sicher ist nur, dass sie sich irgendwann wenden wird. Heizöl ist noch günstiger als vor einem Jahr. Der Abstand sinkt leider deutlich. Das kann als schwacher Kaufgrund gewertet werden. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: EZB macht Geld locker
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea
Einige kleine Infrastrukturstörungen
China wächst weiterhin

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
EIA-, OPEC- und IEA-Monatsberichte
US- und Nordseeförderungen steigen
Sehr viel Öl am Markt

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen