Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Absturz mit Seil

Internationaler Markt

Jammern gehört zum Geschäft. Diesem kaufmännischen Grundsatz folgt die Finanzszene seit Monaten. Sie lamentiert über zu geringes Wirtschaftswachstum. Das hinderte sie nicht daran, die Aktienbörsen von einem Hoch zum nächsten zu jagen. Die Einschläge der aus ihrer Sicht schlechten Daten werden immer größer. Damit verliert sie nicht nur den Glauben an die Realwirtschaft, sie kommt sogar in eigener Sache ins Trudeln. Dass dabei auch Ölpapiere abschmieren, ist ungeschriebenes Gesetz.

Die unbefriedigende Gesamtstimmung zeigt depressive Spuren in den Monatsreports von IWF (Internationaler Währungsfond) und EIA (Statistikbehörde des US-Energieministeriums), die gestern veröffentlicht wurden. Bemerkenswert schlechte Zahlen zu Industrieproduktion und Auftragseingängen in Deutschland setzen noch eins drauf. Ölnotierungen reagierten verhalten abfällig. In der Nacht ging es dann weiter. Das API (American Petroleum Institute) deutete mit seinen Daten zu den US-Beständen einen unerwartet großen Aufbau an und China schob ein eigenes schlechtes Wirtschaftsdatum nach. Das war zuviel. Ölnotierungen trieb es nun stark abwärts. Heute Nachmittag wird die Angelegenheit mit den US-Beständen durch die Veröffentlichung der DOE-Zahlen (Department of Energy) geklärt.

Bis es soweit ist, suchen die Computer der Finanzszene die neuen Gleichgewichtspreise für Öl. Zur Stunde nehmen sie etwas vom nächtlichen Abgang zurück. Aus dem Abwärtstrend werden sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht herauskommen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 774,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 88,01 Dollar und in London zu 91,25 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7920 Euro . Damit kostet der Euro 1,2626 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise verlieren kurzzeitig den Boden. Sie stürzen ab. Zuletzt waren sie im Januar 2011 so günstig wie heute. Um das zu erkennen, muss man die 60-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz öffnen.

Der Binnenmarkt ist gut belebt aber keinesfalls von einer Bestellflut überrollt. Die Lieferungen können weitgehend zeitnah und nach wie vor termingerecht ausgeführt werden. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt höchste Zufriedenheit mit den Preisen an.

Aber auch die Preisentwicklung wird von unseren Lesern äußerst positiv eingeschätzt. Sie erwarten weiteren Rückgang. Daraus schließen wir, dass eine nennenswerte Zahl von potenziellen Kunden bereitsteht, bei der nächsten Preiswende zu ordern.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden und steht nicht im Widerspruch zur Preiseinschätzung der Leser. Wer auf noch tiefere Preise setzt, sollte das Geschehen eng verfolgen, um nicht von der nächsten Aufwärtsbewegung überrascht zu werden.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Der Satz mutet heute Morgen, da die Preise einen Absturz zeigen, anachronistisch an. Er muss aber gerade in so einem Moment unterstrichen werden. Bleibt zu erwähnen, dass die Heizölpreise nun Kurs auf die vier Jahre alten Tiefstände nehmen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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