Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Iran fordert Sondersitzung der OPEC

Internationaler Markt

Es ist mittlerweile eine Binsenweisheit, dass der reale Ölmarkt überversorgt ist. Das konstatieren auch der Iran und Libyen, die eine Sondersitzung der OPEC mit dem Ziel der Quotenreduzierung fordern. Im Wettstreit um Marktanteile sind diese Länder den Fördermöglichkeiten Saudi-Arabiens, Kuweits oder des Iraks unterlegen. Eine Sondersitzung kann aber nur einberufen werden, wenn alle Mitglieder zustimmen. Es ist unwahrscheinlich, dass Saudi-Arabien zustimmt. Abseits der Realität herrschen die computergesteuerten Handelssysteme der Finanzbranche. In den USA sollen diese Systeme bereits für mehr als 70 Prozent des Umsatzes verantwortlich sein. Deshalb nähren sich Chartanalysen und Preisbewegungen gegenseitig. Die Realität verkommt zum Stichwortgeber. Gestern sind die Ölpreise leicht gestiegen. Die Handelssysteme bekamen ihre Impulse von der leicht preistreibenden Einschätzung über die US-Bestandsdaten durch das American Petroleum Institute.

Der Euro konnte wieder zulegen und bei ruhigeren Rohölpreisen wirkt sich dies günstig auf die Heizölpreis-Entwicklung aus. Anlass für diesen Anstieg waren laue Wirtschaftsdaten aus den USA bei stabiler Entwicklung der Eurozone. Deutschland wirkt an dieser Stelle als Anker, denn die Exportwirtschaft bleibt stark. Da die EZB unverändert an ihrer Politik des billigen Geldes festhält, gleicht dieser deutsche Anker allerdings eher einem Notnagel. Als Heizölverbraucher können wir zurzeit nicht auf Rückendeckung aus dem Devisenhandel vertrauen.

Die starken Bewegungen der letzten Zeit halten an. Heute Morgen werden allerdings die Schlusskurse von gestern Abend bestätigt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 552,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 53,61 Dollar und in London zu 59,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9411 Euro . Damit kostet der Euro 1,0626 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegten sich im Tagesvergleich nur wenig und deutschlandweit uneinheitlich. Bei geringem Handel fallen regionale Eigenheiten stärker ins Gewicht. Die EZB wird heute über den Leitzins entscheiden. Wir glauben aber nicht, dass sich etwas ändert. Ob der Markt darüber enttäuscht oder erfreut sein wird, ist zurzeit noch nicht absehbar.

Die Binnennachfrage stockt aufgrund der letzten Preissteigerungen. Trotzdem wird nach wie vor gekauft. Das ist vor dem Hintergrund des im Vergleich zu den Vorjahren sehr günstigen Heizölpreises auch nicht verwunderlich. Die Hoffnung auf fallende Heizölpreise steht mit 64 Prozent auf einem sehr niedrigen Wert. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem niedrigen Niveau für die Kaufbereitschaft und bescheinigt, dass die Mehrheit der Käufer an bessere Kaufmomente glaubt, wohlgemerkt bei schwachem Gesamtinteresse, das andere auf einem unüberzeugenden Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben keine hoffnungsvollen Zeichen mehr ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Genau diese Einstellung erleben wir derzeit an den Börsen.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen. Machen Sie sich nur klar, dass diese Spekulation Chancen und Risiken beinhaltet.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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