Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Sprich nicht drüber und wenn gut!

Internationaler Markt

Als das Finanzsystem im Jahr 2008 zusammenzubrechen drohte, war bereits drei bis viermal soviel Finanzvermögen vorhanden wie Gegenwerte in Waren und Leistungen. Das war den Protagonisten bewusst. Ihnen war auch bewusst, dass der Moment der Abrechnung kommen würde. Schneeballsysteme funktionieren nun mal nicht ewig. Dass diese Systeme den Beistand der Politik erhalten würden, war eine Überraschung. Die zur Buße bereiten Banker konnten ihr Glück kaum fassen. Vor diesem Hintergrund wirkt die Unterhaltung zweier Manager der Anglo Irish Bank, die derzeit für Empörung sorgt, nur allzu menschlich. Sie haben gezockt. Sie haben die Zockerei wissentlich weit überzogen. Sie haben verloren. Aber sie müssen keine Konsequenzen tragen. Im Gegenteil, sie sollen weiterzocken. Dafür bekommen sie jede gewünschte Summe. Wer würde in gleicher Lage mit Blick auf die Geldgeber nicht fragen, wie dumm sind die denn? Und wer wäre frei davon, von Stund an mit der Einstellung der Unverwundbarkeit zu agieren? Das Problem der beiden Banker sind nicht ihre Taten, sondern die Art, wie sie darüber sprachen.

Die USA lassen die Kommunikation unter Freunden stärker überwachen als die unter Feinden. Ihr Geheimdienst NSA sammelt E-Mails, Telefongespräche und Faxübertragungen in unfassbarem Ausmaß. Monatlich sind es derzeit eine halbe Milliarde Vorgänge allein in Deutschland. Das geschieht seit 1998 mit schriftlicher Einwilligung der EU und unter Mithilfe seiner Organe. Im Gegenzug erhalten die europäischen Partner Daten von der NSA. Edward Snowden rief uns diesen Sachverhalt jüngst in Erinnerung. Die Empörung ist groß, besonders unter Politikern. Wie bei der Angelegenheit mit dem großen Geld ist nicht der Umstand als solcher, sondern dass darüber gesprochen wird, verhängnisvoll.

Der Ölpreis wird möglicherweise manipuliert. US-Aufsichtsbehörden untersuchen. Dieser Ölpreis ist Teil des Schneeballsystems, mit dem die Finanzszene die Pensionen zukünftiger Generationen auf Kosten der jeweils nachfolgenden und den eigenen Gewinn auf Kosten aller organisiert. Bis 2008 durfte man träumen, dass das Treiben mit rechten Dingen zugeht. Seit die Unverwundbarkeit der Finanzindustrie eingeführt wurde, sollte man nicht nach Unregelmäßigkeiten suchen, sondern nur nach Regelmäßigkeiten. Das ist mit Sicherheit überschaubarer. Rohöl ist auf längere Sicht, nicht auf ewig, im Überangebot vorhanden. Entgegen der gängigen Meinungen über Ökonomie fällt sein Preis nicht. Er droht zu steigen. Wir haben nun die Wahl als Begründung eine falsche Ökonomie oder ein manipulatives Finanzgebaren in Erwägung zu ziehen. Und was wird passieren, wenn die Behörde die Manipulation bestätigt? Politik und Medien werden sich empören. Dafür wählen wir sie doch.

Heute Morgen ist die Androhung weiterer Ölpreissteigerungen gering. Gut möglich, dass sie uns erspart bleiben. Schließlich ist der Seitwärtstrend bisher intakt. Wenn die Finanzszene weitere Unterstützung von Politik und Notenbanken erhält, wird er nicht mehr zu halten sein. Die Tonne Gasöl kostet 882,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,15 Dollar und in London zu 103,27 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,53 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise tasten sich vorsichtig abwärts in ihrem Seitwärtskanal. Gestern kam die Vorgabe vom Dollar, nicht von den Ölnotierungen. Der Binnenmarkt liefert keinen Impuls für die Preisentwicklung. Er ist entspannt und teilweise etwas langsam bei der Lieferung. Die weiteren Aussichten sehen wir zunehmend skeptisch. Die Preise müssten angesichts der physischen Marktlage (Angebot und Nachfrage) fallen. Wir sehen aber wachsende Gefahren des Anstiegs. Die Finanzsituation ist und bleibt eine ständige Bedrohung für freundliche Heizölpreise. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Gute US-Konjunkturdaten
New Yorker Notenbankchef dementiert Ende der lockeren Geldpolitik
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Rohölbedarf soll deutlich steigen
Spannungen um Syrienkonflikt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Produktenangebot soll deutlich steigen
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
OPEC, EIA und IEA Monatsberichte

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