Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Warten auf Durchfall

Internationaler Markt

Während um die Ölpreise in einer Spanne zwischen aktueller Überversorgung und schrumpfenden Investitionen in die zukünftige Förderung gezockt wird, verkommen Euro und Dollar zu Waschlappen eines Währungskriegs. Das strategische Ziel ist die Stärkung der eigenen Wirtschaft. Das taktische Mittel ist die Schwächung der eigenen Währung. Derartig absurde Ideen können nur in Köpfen geboren werden, die in Parallelwelten fern der Realwirtschaft zu Hause sind. Selbst wenn in deren Bezugssystemen kurzfristige Erfolge messbar sind, ruiniert das Vorgehen langfristig die Lebenswirklichkeit in den Gesellschaften.

Nach der erfolgreichen Draghi-Attacke im Dezember, bei der der Euro ordentlich nachgab, ist Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank FED, zu einer Gegenoffensive herausgefordert. Das schwere Geschütz des Gelddruckens, mit dem man Landgewinne machen kann, hat sie abgezogen. Ihr bleibt derzeit nur die Möglichkeit, in einem Stellungskrieg die Position zu halten. Zu dem Zweck stellt sie die Verlängerung der Niedrigzinspolitik in Aussicht, die sie eigentlich beenden wollte. Weltentrückte Finanzjongleure sehen darin eine Verbesserung des Investitionsklimas. Angesichts der Überversorgung des realen Ölmarkts, der in diesem Jahrtausend einen Höchststand erreicht hat, werden diese Leute in Ölpapiere und nicht in Ölförderung investieren. Sie werden Öl- und Heizölpreise somit sinnlos in die Höhe treiben.

Aktuell schaut die Finanzszene wieder auf die US-Bestandszahlen, von denen sie die nächste Qual in Form neuer Rekordstände erwartet. Eine Vorgabe dazu liegt bereits vor. Der traut man nach dem Erlebnis der letzten Woche allerdings nicht. Die Wahrheit oder das, was Finanzjongleure dafür halten, wird am späten Nachmittag bekanntgegeben. Es gibt keinen Zweifel an einer Erhöhung der Vorräte. Es gibt nur die Befürchtung, dass die Erhöhung unignorierbar hoch ausfallen wird.

Heute Morgen deutet die Ölbörse das mit bärischen Spielchen an. Der Dollar reagiert auf die Yellen-Taktik mit Verlusten. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 572,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 49,13 Dollar und in London zu 58,76 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8792 Euro . Damit kostet der Euro 1,1374 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise deuten einen Rückgang an. Sie führen ihn bis zur Stunde aber nicht wirklich aus. Die Versorgungslogik legt einen solchen Rückgang nahe. Die Finanzmarktlogik verbietet ihn. Die Preise tendieren zwischen dem Widerspruch seitwärts.

Der Binnenmarkt ist in diesen Tagen eine müde Veranstaltung. Da gibt es wenige Bestellungen und viel Hoffnung. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen das entsprechend an. Das eine steht auf einem tiefen Wert für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem klaren Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben ein paar Spontankäufern sind also noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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