Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise halten Niveau

Gestern fielen die Preise. Die Bewegung wird nach dem Anstieg der letzten Tage als stabilisierende Entspannung angesehen. Der kurzfristige Trend weist weiterhin aufwärts. Für die bullische Note sorgen eine Kaltfront in den USA und die OPEC-Diskussion um zusätzliche Lieferkürzungen. Der Dollar befindet sich in einer rasanten Talfahrt. Die US-Konjunktur kühlt sich ab und demonstriert dies in einer Folge negativ ausgefallener Wirtschaftsindikatoren.

Das derzeit preistreibende Wetter soll sich nach Ansicht der Meteorologen in 8 bis 10 Tagen ändern. Jenseits des Atlantiks kann man so lange und noch weiter vorausschauen. Börsianer goutierten die Aussicht mit Verkäufen von Longpositionen. Die OPEC wird vor dem 14. Dezember, dem Tag des nächsten regulären Treffens, keine Beschlüsse über die Liefermengen fällen. Auch dieser Umstand half den Preisen gestern zu sinken. Die naheliegendste Begründung ist vielleicht die, dass Spekulanten nach Tagen des Anstiegs Gewinne mitnehmen wollten. Denn dass die Preise weiter steigen werden, ist keinesfalls sicher. Die Lage ist nicht einschätzbar. Es gibt einige bärische Fakten, die für ein Preisniveau um oder unter 60 Dollar pro Barrel Texas- oder Nordseeöl sprechen. Dazu gehört die Abkühlung der US-Konjunktur, die Überversorgung des Weltmarkts mit Rohöl und der Aufbau zusätzlicher Ölquellen. Auf der anderen Seite wächst die weltweite Nachfrage nach Öl. Das Versorgungssystem einschließlich der Raffinerien ist nicht üppig. Und geopolitisch gibt es immer Störungen durch Terror und Bürgerkrieg wie beispielsweise im Irak, in Nigeria und im Sudan. Dies sind bullische Faktoren.

Aus großen Energiegesellschaften ist zu hören, dass die Preise nach wie vor erhebliche Risikoaufschläge enthalten. Analysten sehen für das nächste Jahr ein tieferes Niveau voraus. Solche Prognosen waren bisher nicht mehr wert als Wetterberichte für den nächsten Monat.

Mangelnde Einschätzbarkeit der Preisentwicklung kann man auch den Einstellungen der großen Spekulanten entnehmen. Bei Rohöl haben sie eine nahezu neutrale Verteilung der Kontrakte mit einem schwachen Überhang zu steigenden Preisen. Bei Heizöl sind sie etwas deutlicher bärisch. Der Vergleich mit der Vergangenheit gibt keinen stichhaltigen Aufschluss. Im Vorjahr waren die Spekulanten zu dieser Zeit klar bärisch. Die Preise zogen bald danach dennoch kräftig an.

Die Charttechnik spricht eine einfache Sprache, zumindest wenn man den langfristigen Trend als Grundlage für ein Meinungsbild heranzieht. Es geht aufwärts und das mindestens seit Anfang 2002. Wenn man die trendkonforme Schwingungsmöglichkeit der Preise erweitert, geht es sogar seit 1998 aufwärts. Da es seit dieser Zeit keinen Paradigmenwechsel beim Energieverbrauch gibt, ist man vermutlich gut beraten, wenn man den Aufwärtstrend für die Markteinschätzung fortschreibt. Da ist allerdings noch der sogenannte Schweinezyklus der Preisentwicklung. Und der beschreibt ein Auf und Ab mit einer durchschnittlichen Periodendauer von sieben Jahren. Aber auch der Schweinezyklus braucht Gründe, um stattzufinden. Häufig waren diese wirtschaftlicher Natur. Solche Gründe sind aktuell nicht zu erwarten, wenn man unterstellt, dass die US-Wirtschaft nur etwas lahmt aber nicht abstürzt. Naheliegender wäre also der Paradigmenwechsel. Über diesen wird mittlerweile geredet. Taten sind indes noch nicht zu erkennen.

Fazit: Aktuell ist eine Prognose für die Preisentwicklung wenig überzeugend. Einen Zusammenhang mit dem Wetterbericht herzustellen, ist daher gar nicht verkehrt.

Heute Morgen hält sich der Gasölpreis im Bereich der gestrigen Tiefstkurse. Die Tonne kostet 554,75 $.

Unsere Heizölpreise geben nach. Wenn man die Entwicklung mit etwas Wohlwollen betrachtet, verläuft sie seit einem Monat seitwärts. Das ist nicht zuletzt Folge des starken Dollarrückgangs. Die Nachfrage im Inland ist für die Jahreszeit ruhig. Die Lieferzeiten sind normal. Wer vor der MwSt.-Erhöhung Heizöl kaufen möchte, sollte spätestens in der nächsten Woche ordern. Lieferungen nach Neujahr werden mit 19 Prozent MwSt. bezahlt, egal wann diese bestellt wurden.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen