Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise vom Dollar getrieben

Internationaler Markt

Der Dollar ist der harte Hund für die heimischen Heizölpreise. Er hat einen kaum zu bändigenden Aufwärtslauf. Ursächlich für diesen Lauf sind der Ausstieg der US-Notenbank aus dem exzessiven Geldschöpfungsprogramm der letzten Jahre und der angekündigte Einstieg der EZB in ein solches Programm. Die US-Notenbank leistet sich den Ausstieg, weil sie ihre Konjunktur auf einem guten Pfad wähnt. Die endgültige Zahl zum Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal scheint das zu bestätigen. Sie wuchs gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent. Diese zweifellos beeindruckende Zahl muss auf Jahressicht allerdings relativiert werden, weil sie mit dem Schrumpfen um -2,9 Prozent aus dem ersten Quartal verrechnet wird. Der EZB-Vorstand wäre aus heutiger Sicht über eine ähnliche Konjunkturentwicklung für die Eurozone sicher froh. Er muss einen Weg zwischen Geldschöpfen und Geldwert erhalten finden, der der schlechten Konjunktur im Süden und der besseren Konjunktur im Norden gerecht wird. So kann es gehen, wenn man strukturell unterschiedliche Ökonomien mit einer einzigen Währung ausstattet.

Beeindruckt durch das gute Konjunkturdatum aus den USA legten die Ölnotierungen am Freitag ein klein wenig zu, in den USA mehr als in Europa. Einzig die heißgelaufenen Benzinkontrakte gaben deutlich nach (Näheres im Kommentar vom 26.09.). Der physische Markt ist weiterhin bestens versorgt. Die aktuellen Themen, die für Preisbewegung sorgen können, sind mal wieder Libyen, wo die Förderung durch Kampfhandlungen einen Dämpfer erleidet, und der Iran, der bis November ein endgültiges Abkommen mit den USA und der EU zu seinem Atomprogramm schließen will. Gelingt das, werden weitere Ölmengen in den Markt strömen.

Heute Morgen erwecken die ersten Börsenregungen den Eindruck, als sollten die Ölkurse wieder sinken. Mit Blick auf den Trend ist das plausibel. Mit Blick auf die niedrigen Werte ist das eher unwahrscheinlich. Irgendwann ist das untere preisliche Ende erreicht. Nach unserer Einschätzung sollte es zumindest nahe sein. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 813,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,84 Dollar und in London zu 96,51 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7887 Euro . Damit kostet der Euro 1,2679 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen wieder ein wenig. Der Dollar lässt ihnen keine andere Wahl. Charttechnisch befinden sich die Preise weiterhin in einer guten Situation für Verbraucher, wie die 3-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Man ist gut beraten, diese ein wenig zu relativieren und eher von einer Seitwärtsbewegung auszugehen.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Dennoch bleiben den meisten Kunden Terminprobleme bei den Lieferungen erspart. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht noch auf Maximum. Die Preise laden die Kunden weiterhin bestens zum Kauf ein.

Die Preisentwicklung schätzen unsere Leser nicht mehr euphorisch positiv ein. Daraus kann man schließen, dass der Richtungswechsel der Preise in der letzten Woche viele Kaufwillige zu Käufern gemacht hat. Die Gruppe derjenigen, die auf tiefere Preise setzt, schrumpft.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal mehr. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten und der Preiseinschätzung von Kunden und Lesern. Wer den besten Moment der letzten Zeit verpasst hat, sollte sich nicht ärgern. Der aktuelle „Schaden“ zum niedrigsten Preis beträgt bei einer Bestellmenge von 2.500 Liter im Durchschnitt lediglich 30 Euro.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst wird sie erfolglos enden. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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