Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Ohne Regen kein Heizöl

Der Weltmarkt verliert in diesen Tagen seine Bedeutung für die Preisbildung bei Ölprodukten. In Deutschland bilden sich eigenständige Marktmechanismen angesichts einer äußerst angespannten Versorgungslage. Die ließen Heizöl teuer werden. Weitere Steigerungen der Probleme und der Preise rollen auf uns zu.

Die Rohölpreise stiegen gestern leicht an. Auftrieb gab es aus den USA wegen des Hurrikans Isabel, der mittlerweile die Ostküste erreicht hat, und aus dem Irak wegen der anhaltenden Terror- und Sabotageanschläge. Im vom Sturm bedrohten Küstenstreifen der USA befinden sich etwa 10% der Raffineriekapazitäten. Die wurden zum Schutz von Mensch und Technik teilweise abgeschaltet. Das damit verbundene Versorgungsproblem wird als vergleichsweise gering eingeschätzt. Eine Abschaltung der Anlagen entlang der Golfküste im Süden hätte schlimmere Folgen. So hielt sich der Preisanstieg in Grenzen. Der Abwärtstrend bleibt unverändert gültig.

Spannender als das Geschehen am Weltmarkt ist die Situation vor unserer Haustür. Auf Grund des Niedrigwassers im Rhein baut sich ein ausgewachsenes Problem bei der Ölversorgung auf. Die sogenannte Rheinschiene ist von herausragender Bedeutung für die Ölversorgung weiter Teile der Republik.

Etwa 65% des hierzulande verbrauchten Heizöls wird in Deutschland produziert. Der Rest wird importiert. Das geschieht im Wesentlichen per Pipeline und per Schiff. Die Binnenschifffahrt hat einen Anteil von ca. 60% am Transportaufkommen für Mineralölprodukte. Im Gegensatz zum Rohöl werden nur vergleichsweise kleine Mengen raffinierter Produkte über Pipelines transportiert. Aus diesem Grund ist die Schiffbarkeit des Rheins ein wichtiges Kriterium für die inländische Preisbildung.

Und die ist als Folge der anhaltenden Trockenperiode aus dem Ruder gelaufen. Frachten sind nur noch bedingt möglich und vor allen Dingen teuer. Das führte dazu, dass Heizöl im Süden, Osten und Westen knapp wurde. Bereits in der nächsten Woche könnte es zur Einstellung der Rheinschifffahrt kommen, wenn es nicht regnet. Dann drohte der Heizölversorgung ein Desaster. Die Preise würden weiter steigen trotz rückläufiger Bewegungen am Weltmarkt.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis leicht nach. Die Tonne kostet derzeit 212,25$. Doch das ist für die heimische Preisbildung in diesen Tagen irrelevant.

Unsere Heizölpreise ziehen mit Ausnahme des Nordens an. Er zeigt, wo sie sein müssten. Die Schere zum ?Sollpreis? wird größer. Momentan ist keine Änderung der Diskrepanz in Sicht. Bis zum nächsten großen Regen über dem Rhein kann Heizöl noch deutlich teurer werden. Wer unbedingt Ware benötigt, sollte schnell bestellen. Wer hingegen Zeit hat, sollte sich vor einem Wetterwechsel nicht mehr um das Thema kümmern. Genießen Sie lieber die Sonne.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen