Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Positive Signale

Ein Bündel voller Meldungen und Erwartungen haben gestern für einen recht deutlichen Rückgang der Ölpreise gesorgt, die allerdings zuvor neue Höchststände erreicht hatten. Daher wird das für Verbraucher spürbare Ergebnis eher gering ausfallen.

Allen Einflüssen voran stand die Erwartung auf eine bessere Lage der US-Ölvorräte als in der jüngeren Vergangenheit. Die Daten werden heute veröffentlicht. Die OPEC steigerte ihre Produktion im Februar um ca. 2 Mio. Barrel pro Tag gegenüber Januar. Hauptsächlich geht diese Erhöhung auf die Initiative Saudi Arabiens und die Wiederbelebung der Produktion in Venezuela zurück. Mit rund 25 Mio. Barrel pro Tag ohne die Mengen des Iraks produziert die OPEC z.Z. auf hohem Niveau.

Der marode Irak trägt immer noch mit ca. 1,7 Mio. Barrel täglich zur Ölversorgung bei. Die Produktionszahlen sind allerdings rückläufig. Im Falle eines Krieges muss mit dem Ausfall dieser Mengen gerechnet werden. Um diesen Krieg doch noch zu verhindern, wurden Beweismittel über die Zerstörung von Massenvernichtungswaffen an die Inspekteure übergeben. Es handelt sich dabei um alte Dokumente, die unerwartet wieder aufgetaucht seien. Gegen diese friedensunterstützende Maßnahme des Iraks steht allerdings die Weigerung, die Raketen, deren Reichweite die erlaubte Grenze von 150km überschreitet, zu zerstören.

Schließlich wurde aus dem US-Energieministerium eine preisdrückende Beruhigungspille verabreicht. Im Falle eines Krieges sollen die strategischen Ölreserven freigegeben werden. Damit hätte die Wirtschaft kurzfristig Zugriff auf 600 Mio. Barrel Rohöl. Zum Vergleich: In der Statistik über die zivilen Lagervorräte stehen derzeit 272 Mio. Barrel. Hier liegt sicher Potential für einen Preisverfall.

Aktuell werden die genannten Umstände allerdings keine Auswirkung auf die Versorgung zeigen. Die höheren Mengen aus Saudi Arabien müssen erst zu den US-Raffinerien gelangen, um als Verbesserung spürbar zu werden. Das kostet bis zu acht Wochen Zeit. Eventuell steckte im gestrigen Preisverfall bereits zuviel zukunftsbezogene Freude.

So macht sich der Gasölpreis heute Morgen wieder auf den Weg nach oben. Mit 336,50$ pro Tonne steht er zwar unter dem gestrigen Startwert. Aber der Rückgang führte ihn bis auf 332,50$ hinab.

Unsere Heizölpreise verhalten sich abwartend. Sie stehen momentan auf Höchstwerten. Möglicherweise kommt heute etwas Entspannung ins Spiel. Da der Aufwärtstrend aber weiterhin einen betonfesten Eindruck macht, lohnt es sich kaum, kurzfristig auf einen nennenswerten Rückgang zu spekulieren.

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