Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Schlechtes Heizöl aus Belgien ...

Wie kommt es, dass Heizöl im Internet billiger angeboten wird als im Telefonhandel? Antwort eines Heizölhändlers: Weil die Heizöl-Dot-Coms ungereinigtes Öl aus belgischen Raffinerien liefern.

Von einem guten Nachbarschaftsverhältnis zeugt das Statement nicht. Der, der so spricht, hat offensichtlich Aversionen gegen Belgien, zumindest gegen belgische Raffinerien. Da nicht bekannt ist, dass belgische Ölheizungen häufiger ausfallen als deutsche Brenner und belgische Dieselfahrzeuge öfter auf der Strecke bleiben als deutsche Autos, kann an der Aussage etwas nicht stimmen. Oder sollten die Belgier ihren Brenn- und Kraftstoff aus Deutschland importieren und die eigenen Produkte über besagte Dot-Coms nach Deutschland ausschleusen? Wohl kaum, denn so groß sind die Mengen, die über das Internet verkauft werden noch nicht.

Weiß ich nicht, wäre die diplomatischere Antwort gewesen. Aber derartige Diplomatie findet man nicht oft. Sie ist vornehmlich den Händlern zu eigen, die selbst an einen Heizöl-Dot-Com angeschlossen sind. Das dürften bundesweit etwa zehn Prozent aller Heizölunternehmen sein. Sie fahren neben selbst akquirierten Aufträgen über das Telefon die Internetbestellungen aus. Ihr Heizöl kommt in allen Fällen aus den gleichen Töpfen, deutschen Raffinerien und deutschen Tanklagern. Eine eigene Heizöllogistik haben die Internetfirmen nicht. Das macht auch keinen Sinn, da mit Ausnahme von Stoßzeiten wie in den letzten Wochen eine Überkapazität an Frachtraum für den Straßentransport von Heizöl existiert. Der Wettbewerb um die Touren ist üblicherweise groß und er ist über lange Zeit ruinös. Deshalb ist es auch nicht die Regel, dass Heizöl im Internet billiger ist als im Telefonhandel. Die Regel ist hingegen, dass Internetkunden besser informiert sind als Telefonkunden. Um da mithalten zu können, besorgen sich viele Händler bei esyoil das tägliche Know How für die Kundengespräche. Das enthalten ihnen ihre Konzerne nämlich eher vor, weil zuviel Wissen dem Geschäft schaden könnte.

In Zeiten hoher Nachfrage ist Heizöl bei esyoil durchaus billiger als im Telefonhandel. Das liegt daran, dass wir uns bemühen, die Margen fair zu halten. Da wir die Kalkulation kennen, können wir Wucher und Dumping identifizieren. Wir bemühen uns, beides zu vermeiden. Deshalb sind unsere Preise dann, wenn der Handel wegen hohen Auftragsaufkommens dazu neigt, die Preise zu hoch anzusetzen, attraktiv. Wenn die Preise aber bei fehlender Nachfrage gegen oder sogar unter die Einkaufspreise sinken, werden Verbraucher unsere Preise häufig nicht reizvoll finden, da es meistens einen Händler am Telefon gibt, der noch einen Cent nachlässt. Die Dumpingschlacht ist gnadenlos, besonders gegen die eigene Branche. Zum besseren Verständnis, die Preise bei esyoil werden nicht einseitig vom Handel bestimmt. Sie werden verhandelt. esyoil hat dabei die Rolle eines Einkäufers für eine in Zahl und Person anonyme Kundschaft. Mit diesem Ansatz unterscheiden wir uns von anderen Heizöl-Dot-Coms.

Nun wäre es an der Zeit, dem undiplomatischen Heizölhändler die Fakten an die Hand zu geben, die er zur Beantwortung der Eingangsfrage benötigt, ohne dabei ins Peinliche abzugleiten. Auftragseingänge über das Internet entlasten den Handel von Vertriebskosten. Die sind nicht unerheblich. Eine gute Kundeninformation einschließlich der Preisverhandlung benötigt fünf bis zehn Telefonminuten. Ein informationsbedürftiger Kunde wird nicht beim ersten Gespräch kaufen. Er beobachtet den Markt eine Weile. Bis zum Kauf werden im Schnitt drei bis fünf Gespräche erfolgen. Insgesamt kann ein Kunde bis zu 60 Minuten Telefonservice kosten. Er, dieser Kunde, muss sich darüber bewusst sein, dass er diesen Service bezahlen muss. Und der Händler muss diesen Service in Rechnung stellen. Tut er das nicht, hat er ein Problem. Im Internet findet der Kunde den gleichen, inhaltlich meist sogar den besseren Service allerdings ohne menschliche Stimme. Dieser Service kostet ebenfalls Geld. Aber die Kosten werden über viele Zehntausend Nutzer verteilt, so dass sie als Kosten pro Auftrag nicht nichts Gewicht fallen. Vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit Eintritt in ein Telefongespräch den um besagte Kosten günstigeren esyoil-Preis „verspielt“ haben. Denn schlagartig sind sie kostspielige Telefonkunde geworden.

Neben der Einsparung von Vertriebskosten kommen Kostenreduzierungen aus Zahlung bei Lieferung und Bündelung von Aufträgen für eine optimale Tourenplanung hinzu. Erstes entlastet die Rechnung um die kalkulatorischen Kosten gegen Zahlungsausfall. Zweites nimmt unnötige Frachtkosten aus dem Preis einer Lieferung. Wie schon angedeutet funktioniert dieses plausible Einsparsystem aber nur in Zeiten, in denen im Markt keine Dumpingschlachten toben. Sind diese ausgebrochen, gibt es keine kostenbasierte Preislogik mehr.

Die Logik der Preisentwicklung ist aktuell übrigens auch durchbrochen. Die Preise sind nämlich gegen den Trend deutlich gestiegen. Als ursächlich wird die Freude über die staatliche Rettung der Citigroup genannt, die den Aktienmärkten Flügel verlieh. Mit dem Öl-Angebot oder Bedarf hat das herzlich wenig zu tun. Man muss nicht davon ausgehen, dass der Abwärtstrend mit dieser Preisbewegung zerstört ist. Wir sind allerdings der Ansicht, dass der Trend langsam auslaufen und in eine Seitwärtsrichtung übergehen wird. Der Dollar gab durch den Run spekulativen Geldes in den Aktienmarkt nach.

Heute Morgen wird der gestrige Auftrieb ein wenig korrigiert. Die Tonne Gasöl kostet 548,50 Dollar. Das Barrel Rohöl koset in New York 53,05 Dollar.

Unsere Heizölpreise sind gestiegen. Sie folgten dem Weltmarkt. Insgesamt ist ihr Abwärtstrend aber beeindruckend klar. Die Margenüberhöhungen im Binnenmarkt sind weiter gefallen. Annulliert sind sie noch nicht. Das sollte in den kommenden Wochen geschehen. Die Liefersituation entspannt sich vielerorts deutlich. Bei uns reichen in ein paar wenigen Regionen Lieferzeiten bis in das kommende Jahr hinein. Hier ist der zum 1. Januar 2009 anstehende Steueraufschlag auf Heizöl Normal und Premium von 1,5 Cent pro Liter bereits eingerechnet. Auch wenn Heizöl derzeit als relativ günstig empfunden wird, sollte man sich des Themas Energiesparen annehmen. Es ist die Grundlage dafür, dass die nächste Preissteigerungswelle in Grenzen gehalten wird. Schauen Sie sich dazu mal unser Logbuch für den Heizölverbrauch an.

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