Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Zu guter letzt ein Kaufanreiz

Zum Jahresabschluss lässt die Finanzszene die Zügel schleifen und verschafft Verbrauchern ein wenig Preisnachlass. Es gab viele Momente in den letzten Monaten, die einen Ölpreisanstieg aus fundamentaler Marktsicht schwer begreifbar erscheinen ließen. In diesen Momenten mussten Finanzjongleure als Verbraucherschreck herhalten. Gestern traf das Gegenteil zu. Fundamentale Marktdaten waren ausnahmslos bullisch. Aber die Preise sanken. Finanzjongleure waren auf der Flucht. Der Vorfall ist eher der besonderen Lage zwischen den Feiertagen und dem Jahresende geschuldet als einem Trendwechsel der Preisentwicklung. Fachleute nennen das, was geschah, eine technische Reaktion. Die Preise waren ausgereizt. Sie müssen konsolidieren. Dass das auf hohem Niveau geschehen wird, gilt als sicher.

Sämtliche Konjunkturzahlen aus den USA übertrafen gestern die Erwartungen. Gutes von den Hausverkäufen, Gutes von den Einkaufsmanagern und Gutes vom Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Das lässt tatsächlich auf eine Verbesserung der US-Wirtschaftslage hoffen. Gemeint ist damit ein deutlicher Anstieg des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Das heißt nicht, dass sich die Lage eines Durchschnittsbürgers spürbar verbessert. Für den wird das Geld knapp bleiben. Die Finanzindustrie, die in Wirtschaftszahlen und nicht in Wohlbefinden des Durchschnittsbürgers kalkuliert, kann dagegen von einer guten Zeit träumen. Ihr argumentatives Rüstzeug für höhere Öl- und Aktiennotierungen ist gestärkt. Stärkung kam auch aus dem Ölmarkt selbst in Form der US-Bestandsdaten. Die waren zwar inkonsistent. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden berichtenden Institutionen, legten Widersprüchliches vor. Der gewichtigere Part des DOE wies allerdings erneut einen Rückgang aus. Auf den schauen Finanzspieler üblicherweise. Die Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,4 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,4 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieauslastung beträgt unverändert 88 Prozent.

Nun ist nicht alles Gold, was glänzt. An den Bestandsdaten kann man kritisieren, dass sie keine echte Marktbewegung, sondern eine Veränderung aus Steuergründen zum Jahresende darstellen. Und den guten US-Konjunkturzahlen steht die Kritik von IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard gegenüber, der die Wirtschaftsaussichten der alten Industrienationen in 2011 aufgrund ihrer Schuldenprobleme skeptisch beurteilt. Diese Argumente interessieren die Finanzszene üblicherweise herzlich wenig. Sie greift das auf, was Gewinn verspricht. Das wird sie auch im kommenden Jahr tun. Gestern kann als Lapsus mit freundlicher Wirkung für Verbraucher abgehakt werden.

Sollte jemand unseren gestrigen Rat wahrnehmen, den zu erwartenden Ölpreisanstieg mit einem Zertifikat auf eben diesen gegenzufinanzieren, mag Folgendes von Interesse sein. Japanische Bankaufseher erklären die Deutsche Bank zum gefährlichsten Geldhaus der Welt. Es ist aufgrund seiner Vernetzung besonders systemrelevant. Im Crashfall kann es das Weltfinanzsystem zum Einsturz bringen. Ein Zertifikat der Deutschen Bank ist also besonders sicher. Denn diese Bank wird, anders als seinerzeit Lehman Brothers, vom Staat solange gerettet, wie die Rettung des Weltfinanzsystems opportun ist. Für Ölzertifikate ist Goldman Sachs allerdings wegen des breiteren Angebots empfehlenswerter. Die Bank steht ebenfalls ganz oben auf der Liste der besonders gefährlichen Institute.

Heute Morgen legen die Ölnotierungen ein wenig zu. Man kann das als technische Reaktion auf die gestrige technische Reaktion verbuchen. Im neuen Jahr wird der Handel wieder regulär verlaufen. Interessanter sieht es beim Dollar aus. Der fällt deutlich. Hier darf man auf Rückkehr zur Normalität hoffen. Die Währung ist trotz Schuldenkrise in Europa zu hoch bewertet, da sie mit frisch gepresstem Geld dauergeflutet wird. Die Tonne Gasöl kostet 762 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 89,78 Dollar und in London 93,06 Dollar. Der US-Dollar wird zu 74,83 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise geben nach. Öl- und Devisenmarkt zeigen sich dabei gleichermaßen verbraucherfreundlich. Vom Ölmarkt erwarten wir in den kommenden Wochen wenig in dieser Richtung. Dem Devisenmarkt trauen wir durchaus mehr Bewegung im europäischen Verbrauchersinn zu. Einen großen Preisrückgang für Heizöl erwarten wir dennoch nicht. Mehr noch als in diesem Jahr sehen wir für das kommende Jahr wenig Kaufanreiz aus Preiseinbrüchen vorher. Der Kauf wird wahrscheinlich durch den Tankinhalt erzwungen werden. Um den sicher zu erkennen, haben wir den elektronischen Peilstab gebaut. Der passt in jeden Tank. Wir empfehlen das kleine Ding und uns mit den besten Wünschen für das neue Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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