Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Alles steigt

Die US-Vorratszahlen sind besser als erwartet. Aber die Preise ziehen davon unbeeindruckt nach oben. Der Winter und die Investmentfonds haben die Preisbildung fest im Griff. Die Bullen lassen sich die Stimmung nicht vermiesen. Gedämpfte Konjunkturaussichten für Europa beflügeln sogar den Dollarkurs.

Es ist mittlerweile gute Sitte, dass die Zahlen über die US-Vorräte, die allwöchentlich von zwei unabhängigen Institutionen veröffentlicht werden, deutlich voneinander abweichen. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass sich die Marktteilnehmer aus den Werken aussuchen können, was ihnen am besten ins Konzept passt. Gestern wurde wieder einmal bullisch und bärisch angeboten. Genommen wurde: bullisch.

Die Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute):
Rohöl: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsaufbau von 1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. ein Bestandsabbau von 2,0 Mio. Barrel (API). Nach den DOE-Zahlen, die wir in unseren Charts ?Lagerbestände? verarbeiten, hat sich das Gesamtbild der Bevorratung gegenüber der Vorwoche kaum verändert. Die Heizölpegel sind wetterbedingt etwas zu tief. Rohöl und die Gesamtbevorratung sind befriedigend. Die Importzahlen liegen geringfügig niedriger als vor einer Woche aber über den Zahlen des Vorjahres. Heizöl wird, wen wundert es, stärker importiert als in der Vergangenheit. Das treibt den Preis weltweit in die Höhe. Die Raffinerieverfügbarkeit ist allenfalls ausreichend.

Als Grund für den rasanten Preisanstieg der letzten Tage wird immer wieder die OPEC und ihre Diskussion um Liefermengen genannt. Am 16. März soll darüber entschieden werden. Die Spekulation über die Entscheidung dient allenfalls der Spekulation selbst. Denn was soll angesichts des aktuellen Preisniveaus anderes herauskommen, als eine Fortführung der jetzigen Quotierung. Die Preise sind für Produzenten besser als in kühnen Träumen erwartet. Die Förderländer sehen sich z.Z. noch nicht einmal der weltweiten Schelte wegen Preistreiberei ausgesetzt, weil sie alle am oberen Rand des Möglichen pumpen. Eine künstliche Verknappung der Mengen und noch rasanter steigende Preise hinterließe deutliche Bremsspuren in der Weltkonjunktur. Das kann kein OPEC-Land brauchen. Also werden sie nicht kürzen. Festzustellen ist in diesem Zusammenhang nur, das die Quotierung ein Instrument der Vergangenheit ist. Wenn alle Förderländer am Limit arbeiten, macht es keinen Sinn mehr, von ?erlaubter? Fördermenge zu sprechen.

Wahrscheinlich gibt es gar keine Mengendiskussion innerhalb der OPEC. Die wird nur von Investmentfonds erfunden, um die Preise argumentativ aufwärts zu treiben. Es ist die Geschichte zum Trend. Der spricht momentan für sich selbst und holt immer neues Geld in die Papiere auf steigende Ölpreise.

Auch heute Morgen legt der Gasölpreis zu. Die Tonne kostet mittlerweile 493,50$. Innerhalb von zwei Wochen stieg der Preis um 25%. Die Spitzenwerte im Herbst lagen bei 510$. Sie werden wahrscheinlich bald getoppt.

Unsere Heizölpreise werden nicht nur vom Weltmarkt aufwärts getrieben. Im Inlandsmarkt müssen viele Leersteher bedient werden, die die Logistik und damit das Produkt beim Endverbraucher wegen zahlloser Sonderfahrten teuer machen. Die weltweite Marktlage können einzelne Verbraucher nicht ändern. Mit einer rechtzeitigen Bestellung und der Geduld von ca. zwei Wochen können sie aber zu einer gut abgestimmten Logistik beitragen, die ihnen einen besseren Heizölpreis einbringt. Setzen Sie lieber auf diese Terminflexibilität bei der Bestellung und streichen Sie die daraus resultierende Einsparung in den Transportkosten ein. Spekulieren Sie nicht auf fallende Preise. Z.Z. weiß niemand wann und ob die kommen.

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