Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Scharfer Fall verursacht Kaufrausch

Internationaler Markt

Natürliche Herbststürme sind derzeit rar. Dafür geht es an den Ölbörsen umso rauer zur Sache. Dort fliegen die Notierungen wild durch die Computer und hinterlassen denkwürdige Preischarts. Seit Donnerstag jagen die Rohölwerte in einer Spanne von 13 Prozent ab und auf, wobei das Ab die bevorzugte Richtung ist. Bei soviel Verlust schießen sogenannte Contrarians, das sind auf Gegenbewegung setzende Finanzjongleure, wie Pilze aus dem Boden. Gestern war ihr Tag. Sie hievten die Notierungen mal eben um sieben Prozent in die Höhe. Die Zahl lässt ein besonderes Ereignis im Ölgeschäft vermuten. Das war aber nicht der Fall, wenn man mal davon absieht, dass gerade alles am Ölgeschäft besonders anmutet.

Auf lange Sicht ist selbst diese Annahme falsch. Es ging immer wild zu in der Welt des Öls. Gewaltigen Gewinnen folgten massenhafte Firmenpleiten. Zuviel oder zuwenig Öl kam genauso oft vor wie ein ausgeglichenes Angebots-Nachfrage-Verhältnis. Und selbst die in den letzten Jahren vorherrschende Meinung, dass nun das Ende des Öls nicht mehr fern sei, der auch wir nahe stehen, wurde in der 150-jährigen Geschichte unseres wichtigsten Energieträgers oft leidenschaftlich diskutiert. Fakt ist, dass die nachgewiesenen Reserven mit den Jahren immer größer wurden. Es spricht einiges dafür, dass das Ölzeitalter nicht aus Mangel an Öl, sondern aus Mangel an Nachfrage zu Ende gehen wird. Bis es soweit ist, werden noch einige Preisstürme über die Menschheit herfallen.

Der nächste dieser Stürme ist bereits in Vorbereitung. In einigen Jahren dürfte er uns ungefähr so heftig treffen, wie das zwischen 2000 und 2008 der Fall war. Ursächlich werden mangelnde Investitionen in die Ölinfrastruktur sein, die heute durch den rasanten Preisverfall angelegt werden. Wo nicht mehr genug Geld verdient werden kann, wird nicht investiert. Wann es mit dem Geldverdienen tatsächlich vorbei ist, entzieht sich dem allgemeinen Wissen. Über die Kosten der neuen Fördertechnik, die den USA den aktuellen Ölboom und der Welt den aktuellen Ölpreis beschert, wird viel spekuliert. Vor einigen Monaten wurden Grenzpreise von rund 80 Dollar pro Barrel aufgerufen. Das gelte aber nur für die Neuinvestitionen. Der Betrieb der vielen neuen Anlagen ließe sich schon bei 50 Dollar pro Barrel gewinnbringend gestalten. Inzwischen wurde die Zahl sogar auf 40 Dollar reduziert. So gesehen geht bei der Preisentwicklung also noch einiges nach unten oder in anderen Worten, der Abwärtstrend scheint wahrlich stabil zu sein.

Heute Morgen gibt es bereits Andeutungen, dass der gestrige Lauf der Contrarians eine Erscheinung ohne viele Nachahmer bleiben wird. Die Notierungen wollen schon wieder runterkommen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 646,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 68,45 Dollar und in London zu 72,12 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8035 Euro . Damit kostet der Euro 1,2446 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legten seit gestern Morgen einen ordentlichen Anstieg hin, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Angesichts des vorausgegangenen Abgangs mutet der respektable Anstieg aber klein an. Er kann dem starken Abwärtstrend noch nichts anhaben.

Die Bewegungsumkehr wird einmal mehr als Aufruf zum Kauf verstanden. Der Binnenmarkt ist als Folge der jüngsten Preisentwicklung richtig in Schwung geraten. Nun kommt der Handel mit den Lieferungen doch in die eine oder andere Not. Nicht alle Bestellungen können in der üblichen Zeit abgewickelt werden. Das ist nicht zuletzt der Fall, weil durch die plötzliche Kälte mehr Notbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten, das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Höher geht es selbst bei noch mehr Bestellungen nicht.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist kaum zu bremsen. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den vielen Bestellern warten also noch mehr potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird von vielen Interessenten angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf weiteren Abgang. Nach Lage der Dinge sollte noch mehr möglich sein. Es zeigt sich allerdings auch, dass einem besonders scharfen Fall ein Zwischenanstieg folgt. Möglicherweise sehen wir einen solchen in den kommenden Tagen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen