Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Preise im Aufwärtstrend

Eine Entscheidung ist fällig. Es geht um das Auf oder das Ab der Ölpreise. Charttechnisch sind sie ausgereizt. Das heißt aber nicht, dass sie ihren Aufwärtstrend umkehren werden. Sie folgen den Aktienmärkten. Und die lassen keine Schwäche erkennen. Spekulanten haben großen Spaß am großen Geld der US-Regierung. Allen langfristigen Wirtschaftsdaten zum Trotz wird auf Aufschwung spekuliert. Die Nummer mit dem geborgten Geld geht weiter. Die nächste Blase wird geboren. Kaum vorstellbar, dass das lange gut gehen kann. Hohe Arbeitslosigkeit und hohe Börsenkurse sind möglich aber menschenverachtend. Einer Politik, die das zulässt, hatte Barack Obama den Kampf angesagt. Nun kämpfen andere für einen Stilwechsel, große Exspekulanten wie George Soros und große Exwirtschaftsführer wie Jach Welch.

Der Dollar wackelt auf seiner Bahn, die tendenziell abwärtsgerichtet ist. Das ist die einzige Richtung, die nach dem Anwerfen der Geldpresse in den USA Sinn macht. Die Therapie, das vergiftete Finanzsystem mit neuem Gift zu kurieren, ist ein gewagter Schritt. Dass sich die Begeisterung darüber nur in der Spekulantenszene finden lässt, verwundert nicht. Wäre die Maßnahme allein eine nationale Sache der USA, könnte man sie mit Abstand studieren. Der Dollar gehört aber nicht den USA allein. Er gehört ihren Gläubigern. Und die befinden sich überall auf der Welt. Kaum ein Staat, der nicht dem Kreis angehört. Wen wundert es da, dass der größte Gläubiger China eine neue Leitwährung fordert, die nicht von den USA gelenkt wird. Diese Forderung wird im Übrigen auch von vielen Finanzwissenschaftlern vertreten. Schon vor der Krise gab es Stimmen, die für eine neue Weltfinanzarchitektur warben, weil die USA das bestehende System offensichtlich ruinierten.

Steigender Ölpreis und fallender Dollar würden in Europa zwar eine mildere Form der Preissteigerung hervorrufen. Vermeiden ließe sich die Teuerung aber nicht. Bleibt die Frage, ob eine Ölpreissteigerung fundamental gerechtfertigt ist. Der erste Reflex wird diese Frage mit Nein beantworten. Die Nachfrage geht zurück. Eine Trendwende ist nicht absehbar. Das Angebot ist hoch. Also darf Öl nicht teurer werden. Die jüngsten Daten über die wöchentliche Entwicklung der US-Vorräte bestätigen die Aussage. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) wiesen erneut Gewinne in den Lagern aus. Es kommt mehr Öl in den USA an, als verbraucht wird. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lässt allerdings zu wünschen übrig. Dieser Umstand kann als Mangel gedeutet werden. Es handelt sich um einen gewollten Mangel und nicht um einen erzwungenen Mangel. Insofern sollte man ihn preislich nicht würdigen. Die Daten sind verhalten freundlich. Sie lauten wie folgt:

Rohöl: +3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau der ohnehin gut gefüllten Lager von 0,6 (DOE) bzw. 2,2 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit beträgt weiterhin lausige 82 Prozent. Mehr will man derzeit nicht erreichen.

Nimmt man nicht die aktuelle Versorgungssituation sondern die zukünftig zu erwartende Versorgungsleistung als Maßstab für die Frage, ob es gerechtfertigt ist, dass der Ölpreis aktuell steigt, ergibt sich eine andere Antwort. Sichere Versorgung verlangt hohe Investitionen. Diese wiederum verlangen höhere Preise als der Markt in den letzten Monaten forderte. Schätzungen sehen einen die Zukunft sichernden Preis bei 75 Dollar pro Barrel. Mit einem solchen Preis können viele Verbraucher gut leben, wenn die Wirtschaft funktioniert. Funktioniert sie nicht, wäre der Preis zu hoch.

Gestern gab der Ölpreis nach. Das passt zum Zustand der Wirtschaft. Heute Morgen bricht sich die Tendenz zur Preissteigerung schon wieder Bahn. Die Tonne Gasöl kostet 460 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 53,50 Dollar. Der US-Dollar wird zu 73,68 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise geben ein klein wenig nach. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht lautet, sie befinden sich in einem kurzfristigen Aufwärtstrend, der noch kein erkennbares Ende gefunden hat. Gut ist ohne Zweifel, dass die Preise im mehrjährigen Vergleich immer noch ein attraktives Niveau haben. Der jüngste Preisanstieg geht darin fast unter. Die weitere Entwicklung sehen wir skeptischer als vor einigen Tagen. Die Wirtschaftslage lässt zwar kaum höhere Preise zu. Danach wäre eine Seitwärtsbewegung gerechtfertigt. Die Maßnahmen der US-Regierung haben aber eine spekulative Preissteigerung ausgelöst, die das Preisniveau mittelfristig höher treiben kann. Ihre Wirkung besteht fort. Sie zeigt nicht zuletzt, wie wichtig es ist, sich langfristig um die Senkung des eigenen Bedarfs zu kümmern. Schauen Sie hierzu mal auf www.esytrol.com.

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